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Rote DonaunussRote Donaunuss
Bild: © mch67 - 123rf.com

Rote Walnuss – eine (fast) unbekannte Schönheit

In ihrem Habitus unterscheiden sich diese Walnussbäume kaum von anderen. Sie sehen aus wie jeder andere Walnussbaum auch. Ihre Besonderheit verbirgt sich hinter der Schale der Nüsse. Werden sie geknackt, so zeigt sich die rötliche Kernhaut. Die Nuancen der zarten Kernhaut können von Rosa ins Hellrote spielen, auch kräftiges, dunkles Rot ist möglich. Selbst die Kerne dieser roten Walnusssorten fallen gelegentlich durch ihre außergewöhnliche Färbung auf. Die aparte Erscheinung der roten Walnüsse allein ist es jedoch nicht, die diese Sorten in der Gastronomie und Konditorei sowie bei Liebhabern so gefragt macht. Auch der Geschmack steht dem Äußeren nämlich in nichts nach. Rote Walnüsse sind mild, von einem feinen Aroma und ausgesprochen bekömmlich.

Seiteninhalt

  1. Rote Walnusssorten anbauen und vermehren
  2. Ursprung der roten Walnüsse
  3. Rote Donaunuss
  4. Aufhauser Baden
  5. Weitere Rote Walnusssorten

Rote Walnusssorten anbauen und vermehren

Was Anbau und Vermehrung angeht, fallen die roten Walnüsse leider etwas hinter ihre herkömmlichen Konkurrenten zurück. Die rotkernigen Sorten sind durchwegs anspruchsvoller, wenn es um die Wahl des richtigen Standortes geht. Vor allem Spätfrost macht ihnen zu schaffen. Dazu sind sie bei nicht optimalen Witterungs- und Standortbedingungen anfällig für Blattkrankheiten. Eine geschützte Lage in milden Gegenden ist deshalb unbedingte Voraussetzung, wenn rote Walnussorten zufriedenstellend gedeihen sollen.

Eine weitere Eigenart der roten Sorten muss ebenfalls erwähnt werden: Aus Samen gezogen verliert sich die besondere Färbung der Kernhaut. Lediglich 15 % der Bäume sind es, bei denen diese Eigenschaft wieder auftritt. 85 % der Bäume zeigen die normale bräunliche Kernhautfarbe. Abhilfe schafft hier eine Veredelung. Hier tritt die rötliche Färbung beständig auf, so dass man damit rechnen darf, auch beim eigenen veredelten Exemplar wieder rote Walnüsse zu ernten.


Ursprung der roten Walnüsse

Rote Walnüsse kamen unterschiedlichen Quellen nach vermutlich aus Lateinamerika zu uns. Es wird berichtet, dass anlässlich einer Expedition nach Chile eine entsprechende Nusssorte entdeckt und mit den Expeditionsschiffen nach Europa kam. Ein erster Anbau ist aus Ybbs bekannt. Von der als rote Donaunuss (Geisenheim 1239) bekannten Sorte stammen mit großer Wahrscheinlichkeit die meisten Walnüsse mit roten Kernen ab.

1. Rote Donaunuss – die bekannteste Rote Walnuss

Am weitesten verbreitet und bekannt ist die Rote Donaunuss. Sie kennen Walnussfreunde auch als Donaublutnuss, die im niederösterreichischen Mostviertel, in Ybbs gezogen wurde. Seit 1933 ist diese Sorte im deutschen Nussinventar zu finden, als Geisenheim 1239 wurde sie dort eingetragen.

Dieser Walnussbaum wächst mittelstark und kompakt. Der Platzbedarf, nicht zuletzt bedingt durch die breite Krone, sollte mindestens 70 % der zu erwartenden Ausmaße betragen. Wie alle roten Walnüsse hat diese Sorte einen hohen Wärmebedarf. Sie treibt dennoch relativ früh aus, diese Eigenart macht sie jedoch frostempfindlich. Spätfröste können nicht nur die Ernte, sondern auch das Wachstum gefährden. Auch für Blattkrankheiten ist die rote Donaunuss anfällig. Ideale Lagen sind deshalb Weinbaugebiete, in denen Niederschläge im späten Frühjahr und Frühsommer rasch abtrocknen.

Rote Donaunuss (Geisenheim 1239) im Überblick:

  1. Effektvolle Optik dank der roten Farbe;
  2. Selbstbefruchtend, als Solitärbaum geeignet;
  3. Ausladende Krone bei mittelgroßem Baumwuchs;
  4. Hoher Standortbedarf von mindestens 70 m²;
  5. Reiche und regelmässige Erträge;
  6. Wenig resistent gegen Blattkrankheiten;
  7. Erntezeit gegen Ende September;
  8. Treibt früh aus;
  9. Mittelgroße Frucht mit mildem Geschmack.
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2. Aufhauser Baden - Große Früchte und regelmäßiger Ertrag

Auch hier verrät der Name die Herkunft. Diese Sorte wurde im badischen Aufhausen selektiert. Sie zählt man zu den Pferdenüssen, den großfruchtigen Sorten der Walnüsse. Das Wachstum dieses Walnussbaumes ist ebenfalls eher mittelstark. Im Platzanspruch ist Aufhauser Baden noch etwas anspruchsvoller als die Rote Donaunuss. Ideal sind hier 100 Quadratmeter, damit der Baum gut gedeiht. Von Vorteil ist, dass diese Sorte ebenso selbstfruchtend ist, eine Fremdbestäubung durch in der Nähe stehende Walnussbäume ist nicht notwendig. Der frühe Austrieb verursacht, dass durch Spätfröste Schäden entstehen können. Der Ertrag ist eher mittelmäßig. Die großen Früchte machen dies aber wieder wett. Die rosa bis hellroten Kerne können gut aus den hölzernen Schalen gelöst werden. Diese wiederum sind für Bastelarbeiten und Dekorationszwecke gefragt.

Aufhauser Baden im Überblick:

  1. Mittelstark wachsend mit einem Standortbedarf von rund 100 qm;
  2. Selbstbestäubende Solitärpflanze;
  3. Anfällig für Blattkrankheiten;
  4. Empfindlich gegen Spätfröste;
  5. Empfehlenswert für Weinbauregionen und ähnliche Lagen;
  6. Mittlerer Ertrag von großen, dekorativen Früchten;
  7. Köstlicher, milder Geschmack;
  8. Erntezeit im September.
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Weitere Rote Walnusssorten

Zum Glück für Verbraucher und Walnussliebhaber sind aber nicht nur diese beiden Sorten erhältlich. Auch weitere Sorten sind bekannt, deren Beschaffung allerdings nicht immer einfach ist:

Hodomin

Herkunft: Südmähren / Tschechien. Stark wachsender großer Baum. Standortbedarf 120 m².

Hospozin

Herkunft: Südmähren / Tschechien. Kleiner Baum mit 50 bis 70 m² Platzbedarf. Früchte wie bei Aufhauser Baden, etwas kleiner. Kerne hellrot.

Kardinal

Herkunft: Tschechien. Schwachwüchsiger Baum mit mittelgroßen Früchten. Winterhärteste Sorte unter der rotkernigen. Dunkelrote Kerne mit sehr gutem Geschmack.

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Livermore

Herkunft: USA. Volle Bezeichnung "Robert Livermore". Kalifornische Neuzüchtung mit roten Kernen.

Rubis (Noix rouge)

Herkunft: Département Isère / Frankreich. Mittelstark wachsende Sorte mit tiefroten Kernen und gutem Geschmack.

Purpurovy

Herkunft: Botanischer Garten Nikita in Jalta / Russland. Mittelstark wachsender Baum mit purpurroten Kernen. Leicht süßlich schmeckende Früchte mit hohem Kernanteil (56%).

Red Rief

Herkunft: Deutschland. Gezüchtet im LVWO Weinsberg. Treibt und fruchtet früh und ist selbstbestäubend. Schmackhafte Früchte mit intensiv roten Kernen. Erträge nur mittel.

Rosette

Herkunft: unbekannt. Mittelstark wachsend. Früchte mittelgroß und eiförmich. Kerne leuchtend rot.

Rote Böhmische Bollernuss

Herkunft: Tschechien. Eine der seltensten Walnussorten. Die Kerne sind sehr mild und schmecken ausgezeichnet.

Rote Gublernuss

Herkunft: Schweiz. Stammt aus der Nussplantage Zahner in Truttikon in der Schweiz. Die Roten Gublernüsse sind Sämlinge aus den Roten Donaunüssen. Vermutlich stammt ein Erntenteil der Gubler I von der Geisenheimer 139 und der Gubler II – von der Geisenheimer 26 ab.

Im Vergleich zur Roten Donaunuss, fallen die Früchte von der Gubler I etwas größer aus und sind außerdem optisch schöner. Sie zeichnen sich durch einen milden, köstlichen Geschmack aus, die Kerne lassen sich leicht aus der Schale lösen und die Nüsse selbst sind einfach mit der Hand zu öffnen. Die Schweizer Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten, die FRUCTUS, kürte die Rote Gublernuss im Jahre 2012 zur Schweizer Obstsorte des Jahres.

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Rote Kirschnuss

Herkunft: Tschechien.

Rote Linzer

Herkunft: unbekannt. Mittelstark wachsende Sorte mit reichen und regelmäßigen Erträgen, vergleichbar mit der Roten Donaunuss. Nicht selbstbefruchtend! Benötigt Bestäubung durch andere Walnuss-Sorten in der Nachbarschaft.

Rote Moselwalnuss / Rote Moselaner (Geisenheim 509)

Herkunft: Deutschland. Selektion aus Geisenheim. Stark wachsendes Gewächs mit ausladender Krone und großen Früchten. Nicht sebstfruchtbar! Benötigt andere Walnussbäume in der Umgebung, damit der Baum erfolgreich befruchtet wird. Wenig spätfrostgefährdet.

Rote Poysdorf

Herkunft: Österreich.

Sychrov

Herkunft: Tschechien. Der Baum wächst nur mittelstark, blüht relativ spät und ist damit besonders frostunempfindlich. Ovale, mittelgroße Früchte mit kaminrotem Kern. Die Sorte kann überall gepflanzt werden.

Violetta Royal +

Herkunft: Norddeutschland. Der Walnussbaum ist mittelstark wüchsig, sehr robust und krankheitsresistent. Kerne sind violettrot glänzend, haben ein sehr feines, angenehmes Aroma und schmecken sehr gut.

Wisnicz Czerwony

Herkunft: Polen. Starkwüchsiger und krankheitsresistenter Baum mit kugelförmiger Krone. Früchte sehr groß (Pferdenuss). Hoher Ölgehalt der Kerne, daher verminderte Lagerfähigkeit.

Hobbygärtner wie auch gewerbsmäßige Walnussanbauer müssen Geduld und Mühe aufbringen, um Sämlinge dieser Sorten zu ergattern. Zu bekommen sind sie jedoch immer wieder auf Wochenmärkten, regionalen Gartenbörsen und Fachveranstaltungen mit alten Obstsorten. Auch online sind Rote Walnüsse immer wieder mal zu finden. In unserer Liste finden Sie Bezugsquellen, die die begehrten roten Walnusssorten anbieten. Eine steigende Nachfrage trägt sich auch dazu bei, dass diesen noch seltenen Sorten mehr an verdienter Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Bilder-Quellen: Amazon-Partnerprogramm, Baumschule Horstmann, Lubera