Walnussbaum im Abendlicht
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Ursprung und Verbreitung der Walnuss

Der Walnussbaum (Juglans regia) gehört zu den sommergrünen Laubbäumen und bringt bereits eine sehr lange Historie mit. Der aus dem Tertiär stammende Baum findet seinen Ursprung demnach in einem Zeitraum vor mindestens 2,6 Mio. Jahren bis zu 65 Mio. Jahren, das am Ende der Kreidezeit liegt. Damit gehört die Walnuss zu den ältesten Bäumen, die der Menschheit bekannt sind. Vermutungen sagen, dass die Walnuss eine der damaligen Klimaveränderungen überstand. In der Folge der Kaltzeit entwickelten sich nach dem Aussterben der Saurier viele der heutigen Pflanzen - so auch die Walnuss.

Sie legte einen langen Weg von Persien, dem heutigen Iran, über Asien und China zurück. Handelswege ermöglichten die weitere Reise nach Griechenland und somit auch in das Römische Reich.

Verbreitung

Anhand archäologischer Funde ist heute bekannt, dass die Früchte des Walnussbaumes auf dem europäischen Kontinent schon in der Steinzeit als Nahrungsmittel genutzt wurden. Vermutlich war die Walnuss im Tertiär, als das Erdklima wesentlich wärmer war als heute, bis nach Grönland hin verbreitet. In den folgenden Kaltzeiten starb die Walnuss dann in weiten Teilen Europas aus, überlebte jedoch in den östlichen Mittelmeergebieten. Erst die Römer sorgten erneut für ihre Verbreitung.

Bei den römischen Gelehrten und Schriftstellern Plinius dem Älteren und Columella wird die Walnuss im 1. Jahrhundert nach Christus erstmals beschrieben. In der "Naturalis historia" von Plinius heißt es, dass die Walnuss von den Griechen nach Europa gebracht wurde. Mit den römischen Legionen kam die Walnuss dann wohl zusammen mit den Rebstöcken über die Alpen. Karl der Große, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, sorgte um 800 für die weitere Verbreitung der Walnuss auf heute westeuropäischem Territorium. Von ihm erging der Erlass, dass in jedem Garten seines damaligen Herrschaftsgebietes Walnussbäume angepflanzt werden sollen.

Und so zog der Walnussbaum von den Römern aus weiter nach Gallien, das zu damaliger Zeit zum heutigen Gebiet von Belgien, Frankreich und Teilen von Westdeutschland gehörte. So wie die Bewohner als Walchen genannt wurden, hatte auch die Nuss ihre Bezeichnung ­ Walchbaum.

Europäische Einwanderer, allen voran spanische Missionare, verbrachten die Walnussfrüchte schließlich nach Amerika. Mönche eines Franziskanerordens kultivierten im späten 18. Jahrhundert die Walnuss auf mexikanischem Boden. Der Gärtner Joseph Sexton legte im Jahr 1867 nahe dem kalifornischen Santa Barbara einen Walnussgarten an. Damit begann auch die kommerzielle Nutzung der Walnuss.

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Artenvielfalt, Gattungen und Vorkommen

Die gesamte Familie aller Walnussgewächse (Juglandaceae) beinhaltet acht Gattungen, in der sich ca. 60 Arten befinden. Heutzutage sind ca. 20 Arten der Juglans regia bekannt.

Echte Walnuss ist in Eurasien und Nordamerika heimisch und gedeiht in den gemässigten und subtropischen Klimazonen. In Nordamerika wird sie liebevoll als "King of the forest" bezeichnet. Dieser leicht exzentrische Name liegt den hochwertigen Hölzern zugrunde, die hier wachsen. So lag es nahe, ihr wegen des köstlichen Geschmacks auch den Namen "Queen of the kitchen" zu verleihen.

Im Himalaja wächst der Walnussbaum sogar bis zu Höhen von ca. 3300 Metern, jedoch reifen in solchen Höhenlagen die Früchte nicht mehr aus. Die Walnuss ist weder in Afrika, noch in Australien anzutreffen. In Frankreich wachsen die meisten europäischen Walnussbäume.

Echte Walnuss vom Aussterben bedroht

In der gemässigten Klimazone war der Walnussbaum früher weit verbreitet, er gehörte zum Alltag und war fast in jedem Garten zu finden. Es schien, dass die Walnuss uns Menschen immer begleiten wird. Doch heute ist die Existenz der Walnussbäume in Gefahr. Viele Pflanzenarten sind bereits verschwunden, z. B. in Iran wurden die Wildpflanzen fast vollständig ausgerottet.

Es gibt noch eine wenig bekannte und abgelegene Region auf diesem Planeten, wo sich die Walnusswälder über eine Fläche von über 30.000 Hektar erstrecken. Kirgistan, ein Land in Zentralasien, beherbergt sieben Arten der Walnussbäume - ein sagenhaftes Reichtum. Leider ist der Walnussbaumbestand auch in Kirgistan stark gefährdet: Immer mehr Bäume werden gefällt und in den Öfen verheizt. Wiederkäuer verzehren gerne die Baumrinde und beschädigen die Bäume. Der Walnussbaum muss dringend geschützt werden, damit die Biodiversität für die kommenden Generationen erhalten bleibt.