Walnuss-Sämling
Bild: © Oleksandr Kostiuchenko - 123rf.com

Walnüsse selber ziehen - von der Nuss zum Baum

Einen Walnussbaum selber zu ziehen ist nicht schwer. Alles, was man dazu braucht, sind frische Walnüsse, ein wenig Glück und nicht zuletzt einen ausreichend großen Platz, an dem später der Nussbaum gedeihen kann. Etwas Geduld muss jedoch mitgebracht werden, denn es dauert bis zu einem Jahrzehnt, bis der Baum trägt. Für einen schnelleren, reicheren und qualitativ besseren Ertrag lohnt es sich deshalb, diesen selbst gezogenen Walnussbaum zu veredeln.

Seiteninhalt

  1. Viel Platzbedarf
  2. Keimfähige Nüsse zum Selberziehen
  3. Methode 1: Freie Anzucht im Garten
  4. Methode 2: Anzucht im Topf
  5. Mehr Qualität durch Veredelung

Viel Platzbedarf

Vom späteren Wachstum her unterscheiden sich gekaufte und selber gezogene Walnussbäume kaum. Der Nussbaum braucht viel Raum. Ein geschützter Standort mit wenig Wind und dafür viel Wärme wirkt sich positiv auf den künftigen Ertrag aus.

Bei einer Wuchshöhe von bis zu 20 oder gar 25 m und einem Kronendurchmesser von rund 15 m ist der Walnussbaum kein Gewächs für einen kleinen Garten. Dies vor allem auch deshalb, weil sein Wurzelwachstum im Alter in die Breite geht. Dabei darf man davon ausgehen, dass Wurzelbereich und Krone etwa den gleichen Durchmesser aufweisen. 5 bis 10 m zusätzlicher Abstand zu Gebäuden oder zum Nachbargrundstück sollte man ebenfalls zur Verfügung haben, damit späteren Problemen von Anfang an vorgebeugt wird.

Bei der Platzsuche muss außerdem beachtet werden, dass Walnüsse in der ersten Zeit Pfahlwurzeln bilden. Ein Walnussbaum von 3 Jahren wurzelt bereits 1 m tief in der Erde. Ein Umpflanzen ist dann nur noch sehr schwer ohne massive Wurzelbeschädigungen möglich. Dies sollte bereits bei den Vorarbeiten für die Anzucht berücksichtigt werden.

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Keimfähige Nüsse zum Selberziehen

Wer für die Anzucht auf Walnüsse aus dem Supermarkt angewiesen ist, braucht eine große Portion Glück. Oft sind diese Nüsse zwar genussreif, aber zu alt für die Keimung. Bereits sechs Monate nach der Ernte gehen die Chancen gegen Null. Rascher zum Erfolg kommt, wer bei Nachbarn, von frei zugänglichen Bäumen oder im Fachhandel frische Walnüsse ergattert. Sobald sie von ihren grünen Schalen befreit sind, sollten diese Nüsse in die Erde kommen. Fehlen dazu die Voraussetzungen und sollen die Walnüsse erst im nächsten Jahr zum Keimen gebracht werden, so kann man sie in der Schale einfrieren. Von einer Lagerfähigkeit von bis zu drei Jahren bei einer Temperatur von - 18° darf ausgegangen werden. Auch im Fachhandel, der sich auf Obstsorten oder seltene Gewächse spezialisiert hat, kann man keimfähige Walnüsse kaufen.

Um einen starken Sämling zu erhalten, besorgt man sich fünf bis sechs Walnüsse. Die grüne Schale wird vor der Pflanzung entfernt. Mit einem Schwimmtest können taube Nüsse aussortiert werden. Diese schwimmen oben, Nüsse mit einem dicken, frischen Kern sinken auf den Boden des Wasserglases.

Methode 1: Freie Anzucht im Garten

Eine einfache und rasche Methode ist es, die Walnüsse direkt an Ort und Stelle in den Boden zu bringen. Die richtige Jahreszeit ist der Herbst, denn direkt nach der Ernte ist die Keimfähigkeit noch am größten.

Beim Stecken der Nüsse gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder legt man die Nuss mit der Spitze seitlich in den Boden (Abb. 1) oder so, dass die Spitze nach unten zeigt (Abb. 2). Die erste Variante ist vorzuziehen, da beim seitlichen Stecken Trieb und Wurzel direkt und ungestört in ihre Richtungen wachsen können.

Die richtige Pflanztiefe ist 5 bis 8 Zentimeter, ein Abstand von 15 bis 20 Zentimetern wird dabei von Nuss zu Nuss eingehalten. Nachteil bei dieser direkten Methode ist, dass mit Verlusten durch Mäusefraß zu rechnen ist, teils fallen den Nagern sogar alle Nüsse zum Opfer.

Methode 2: Anzucht im Topf

Mehr Erfolg verspricht die Methode, bei der die Nüsse vor Mäuseschäden geschützt sind. Dazu gibt man in einen Blumentopf feuchtes Laub, darauf die Nüsse und darüber etwas Gartenerde. Mit einem Maschendraht wird der Topf fest umschlossen, so dass die Nager nicht an die schmackhaften Nüsse kommen. Der Topf wird gegen Frostschäden im Garten in die Erde eingegraben.

Wenn sich Ende März bis Anfang April die Schalen öffnen und sich Wurzel und Trieb zeigen, wird es Zeit, die Walnüsse umzupflanzen. Noch einmal kommen sie in einem Blumentopf mit Gartenerde, sie werden jetzt oberflächennah eingesetzt. Um die gekeimten Walnuss-Samen vor Spätfrost zu schützen, stellt man den Topf bis nach den Eisheiligen an einen kühlen und hellen Standort. Nach Möglichkeit sollten während dieser Phase die Temperaturen zwischen 2 und 10 Grad sein. Die Topferde ist dabei leicht feucht zu halten. Nach den Eisheiligen werden die Keimlinge an Ort und Stelle gesetzt. Ein regelmäßiges Gießen ist nun die ersten Wochen wichtig, vor allem an warmen und trockenen Tagen.

Weiteres Vorgehen

Im ersten Jahr erreichen die Pflanzen eine Wuchshöhe von etwa 25 bis 30 cm. Nun ist es an der Zeit, aus den Sämlingen die zwei oder drei stärksten Pflanzen zu bestimmen, alle weiteren werden vorsichtig aus der Erde gezogen. Im nächsten Frühjahr wählt man den schönsten Nussbaumzögling aus. Die schwächeren Exemplare werden unterhalb des Wurzelhalses, also noch im Boden, abgeschnitten, damit sie nicht weiterwachsen. Ein Ziehen empfiehlt sich nicht mehr, damit die Wurzeln des ausgewählten Baumes nicht beschädigt werden. Im 3. oder 4. Standjahr wird es Zeit für den ersten Schnitt, mit dem die Krone gebildet wird.

Mehr Qualität durch Veredelung

Wie bei vielen Pflanzen entsprechen die Erträge der Sämlinge nicht immer denen der Mutterpflanze. Es ist unsicher, welche Eigenschaften die jungen Walnussbäume vom Mutterbaum geerbt haben. Die Qualität wird nämlich nicht nur von diesem Baum bestimmt, sondern auch durch die Bestäubung, die von anderen Bäumen in einem weiten Umkreis erfolgt sein kann. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, der greift auf einen veredelten Baum aus dem Fachhandel zurück. Erfahrene Hobbygärtner können sich damit versuchen, den Walnussbaum selber zu veredeln, wenn sie einen geeigneten Reiser von einem gut tragenden und gegen Krankheiten resistenten Walnussbaum bekommen können. Veredelte Bäume tragen zudem wesentlich früher, schon im vierten oder fünften Jahr kann mit einer ersten Ernte gerechnet werden.

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Weitere Artikel:


Literatur:

  1. Die Walnussgewächse: Juglandaceae* | Horst Schaarschmidt, ISBN: 3894323116, S. 142
  2. Übersicht über den Wissensstand der waldbaulichen Literatur zur multifunktionalen Bewirtschaftung der Walnuss (Juglans regia L.) unter Einbezug von Literatur Schwarznuss (Juglans nigra L.) Von Carlo Riccardo Centonze, Zürich, Juni 2000, S. 35-39 (in Saatgut)
  3. Pomologen-Verein Jahresheft 2017, S. 20-21
  4. Seltene Obstarten im Garten | Siegfried Stritzke, 1985, S. 10-11