Liköransatz
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Walnusslikör aus grünen Walnüssen (Magenbitter)

Aus grünen Walnüssen lässt sich ein wohlschmeckender Bitterlikör herstellen. Hierbei zu beachten ist, dass Sie nicht zu viele der Nüsse verwenden sollten, da diese einen Gerbstoff enthalten, welcher bei Kontakt mit Luft und Licht eine erhebliche Bitterwirkung freisetzt. Weiterhin darf nicht vernachlässigt werden, dass die grünen Nüsse einen sehr hohen Ascorbinsäureanteil enthalten, der höher als bei Zitronen ausfällt. Entsprechend wird der Likör nicht nur bitter, sondern auch sauer. Nur mit der richtigen Menge von Walnüssen und Flüssigkeit kann der Geschmack erzielt werden, den Sie sich wünschen.

Der richtige Zeitpunkt der Walnussernte

Traditionell werden grüne Walnüsse rund um den Johannistag (24. Juni) geerntet. Jedoch je nach Region können sie früher oder später gepflückt werden. In wärmeren Regionen können Sie schon ab Mitte Juni mit der Ernte beginnen. In kälteren Regionen, wie zum Beispiel Norddeutschland, kann die Ernte bis zum Ende Juni durchgeführt werden. Wichtig ist, dass die Walnüsse noch nicht "verholzt" sind und sich leicht schneiden lassen. Zu erkennen ist dies unter anderem daran, dass die Nüsse im Inneren noch ganz weiß sind und sich mir einem Holzzahnstocher leicht durchstechen lassen.

Utensilien:

  1. 1 Drei-Liter-Glasbehältnis*
  2. 1 Sieb
  3. Sanitärhandschuhe
  4. Mulltuch oder mehrere Papierfilter.
  5. Likörflaschen*

Zutaten:

  1. 12-15 schöne und makellose grüne Walnüsse
  2. 1 Liter Wodka 40% oder Doppelkorn
  3. 2-3 Nelken
  4. 1 Stück Zimtrinde
  5. 1 kleines Stück Vanille
  6. 500g Zucker
  7. 250ml Wasser
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Die richtige Zubereitung

Die Zubereitung bestimmt darüber, wie gut der Walnusslikör nach der Fertigstellung schmeckt, entsprechend sollten Sie hier große Sorgfalt walten lassen.

1) Die frisch gepflückten Walnüsse mit einem Tuch reinigen und anschließend vierteln oder in etwa 3-4 mm dicke Scheiben schneiden. Bei diesem Vorgang empfiehlt es sich Handschuhe zu tragen, um Verfärbungen auf den Händen durch den austretenden Saft der Walnüsse zu verhindern.

2) Die zerschnittenen Walnüsse in das Glasgefäß füllen und mit dem Alkohol übergießen. Achten Sie dabei darauf, dass alle Nüsse komplett bedeckt sind.

3) Das Glas luftdicht verschließen und für 5-6 Wochen an einen sonnigen Platz stellen, damit die Sonnenstrahlen auf den Ansatz wirken können. Besonders gut eignet sich dafür eine Fensterbank. Schon am nächsten Tag wird die Flüssigkeit schwarzbraun. Lediglich an heißen Tagen über 30 Grad ist es wichtig das Glas zu beschatten, ansonsten sollte das Gefäß, nur wenn nötig bewegt werden.

4) Nach Ablauf der Ansatzzeit den Nussansatz abseihen und Nüsse entsorgen. Dem Ansatz werden nun Gewürze hinzufügt. Anschließend aus dem Zucker und Wasser eine Zuckerlösung kochen, diese abkühlen lassen und dem Nussansatz hinzugeben. Die Flüssigkeit kräftig durchschütteln und noch weitere 6 Wochen lang stehen lassen. In diesem Fall ist es nicht nötig, auf einen sonnigen Platz zu achten.

5) Nach der weiteren Lagerung muss der Likör nochmals gefiltert werden. Hierfür bietet sich das Sieb und Mulltuch an.

6) Den Likör in Flaschen füllen und gut verschließen. Fertig ist er aber noch nicht. Er muss noch mindestens 3 Monate reifen, besser noch länger, denn der Geschmack rundet sich immer wieder ab. Je länger der Walnusslikör gelagert wird, umso edler wird sein Geschmack.

Genießen Sie den Likör (höchstens 1 Likörglas täglich) leicht abgekühlt nach Mahlzeiten. Er soll bei Magenbeschwerden und Völlegefühl helfen.

Variationen

Experimentieren Sie mal ruhig mit Gewürzen, um den Geschmack von Walnusslikör anzupassen. Dafür eignen sich alle Weihnachtsgewürze. Es empfiehlt sich aber nicht mehr als 3 verschiedene Gewürze gleichzeitig zu nutzen.

Anstatt Gewürze können Sie dem Ansatz auch Trockenkräuter hinzufügen, die beispielsweise in Reformhäusern oder Drogerien als fertig gemixte Mischungen zum Kauf angeboten werden. Sehr wichtig in diesem Fall ist es, darauf zu achten, dass die Ansatzmenge und die Menge der Kräutermischung aufeinander abgestimmt sind, sonst besteht die Gefahr, dass der Kräutergeschmack den Nussgeschmack überdeckt. Wenn Sie die Kräutermischung nicht fertig kaufen wollen, sondern selbst herstellen möchten, dann bieten sich vor allem folgende Kräuter an:

  1. Salbei
  2. Tausendgüldenkraut
  3. Kamille
  4. Kalmus
  5. Wermut

Auch in diesem Fall sollten Sie sparsam sein und nicht mehr als ein Teelöffel von jedem Kraut nutzen.

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Eine weitere Möglichkeit, den Likörgeschmack zu veredeln, ist die Wahl vom Alkohol. Dabei können Sie sich unter anderem für den starken Primasprit* entscheiden, der 96% Alkohol aufweist und entsprechend verdünnt werden muss. Wenn Sie den Likör nicht so stark haben möchten, können Sie Grappa, Korn oder Wodka nehmen. Ebenso ist es aber auch möglich, Rum oder Cognac zu verwenden, die entsprechend ihren Eigengeschmack in den Likör einbringen.

Sie können sich bei der Wahl des Alkohols, der Gewürze und auch der Kräuter komplett nach Ihren Wünschen richten, um am Ende den Likör zu erhalten, der Ihnen am meisten zusagt. Mitunter bietet es sich auch an, mehrere kleinere Walnussliköre anzusetzen und diese unterschiedlich zu würzen, um somit einen Vergleich von unterschiedlichen Sorten nutzen zu können.

In Italien wird schon seit Jahrhunderten aus grünen Walnüssen der berühmte Walnusslikör Nocino hergestellt. Ein Rezept finden hier.