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Walnussplantage
Bild: © Deyan Georgiev - 123rf.com

Der Anbau und Export von Walnüssen im Wandel der Zeit

Der Bedarf an Walnüssen und somit auch der Anbau von dieser Nuss hat sich in den letzten 25 Jahren deutlich verändert. Im Jahr 1992 waren vor allem die USA und China die Marktführer für den Anbau und Export der Walnüsse. Hierbei konnte in beiden Ländern eine Anbaumenge von rund 165.000 bis 185.000 Tonnen an Nüssen pro Jahr erwartet werden. Auch heute noch stehen China und die USA an der Spitze des Walnussanbaus. China hat im Jahr 2016 über 1,7 Millionen Tonnen an Walnüssen angebaut, die USA liegen mit nur 600.000 Tonnen entsprechend weit dahinter.

Andere Länder, die ihren Walnussanbau von 1992 bis 2016 mitunter vervierfacht haben sind: Iran, die Türkei, Mexiko und Ukraine. Ebenso sind aber auch neue Länder aufgekommen, die immer mehr Walnüsse anbauen: Chile und Usbekistan. In diesen ganzen Produktionsländern kann für das Jahr 2016 davon ausgegangen werden, dass hier rund 3.350.000 Tonnen an Walnüssen angebaut wurden. Die gesamte Erntenmenge aller walnussproduzierenden Länder belief sich 2016 auf rund 3.750.000 Tonnen.

Top 10 der walnussproduzierenden Länder, sortiert nach Produktionsmengen in Kilotonnen.
  Platz 1 Platz 2 Platz 3 Platz 4 Platz 5 Platz 6 Platz 7 Platz 8 Platz 9 Platz 10
2016 China
(1786 kt)
USA
(608 kt)
Iran
(405 kt)
Türkei
(195 kt)
Mexico
(142 kt)
Ukraine
(108 kt)
Chile
(74 kt)
Usbekistan
(53 kt)
Frankreich
(39 kt)
Rumänien
(34 kt)
2013 China
(1433 kt)
USA
(446 kt)
Iran
(223 kt)
Türkei
(213 kt)
Ukraine
(116 kt)
Mexico
(107 kt)
Chile
(42 kt)
Usbekistan
(40 kt)
Indien
(836 kt)
Frankreich
(36 kt)
2008 China
(829 kt)
USA
(396 kt)
Iran
(260 kt)
Türkei
(171 kt)
Mexico
(80 kt)
Ukraine
(79 kt)
Indien
(37 kt )
Frankreich
(37 kt)
Rumänien
(32 kt)
Ägypten
(26 kt)
2006 China
(475 kt)
Iran
(367 kt)
USA
(318 kt)
Türkei
(130 kt)
Ukraine
(69 kt)
Mexico
(68 kt)
Frankreich
(40 kt)
Rumänien
(38 kt)
Indien
(36 kt)
Ägypten
(27 kt)
2003 China
(394 kt)
USA
(296 kt)
Iran
(205 kt)
Türkei
(130 kt)
Ukraine
(79 kt)
Mexico
(72 kt)
Rumänien
(51 kt)
Indien
(31 kt)
Ägypten
(26 kt)
Serbien und Montenegro
(26 kt)
1998 China
(269 kt)
USA
(206 kt)
Iran
(145 kt)
Türkei
(120 kt)
Mexico
(55 kt)
Ukraine
(47 kt)
Rumänien
(32 kt)
Indien
(30 kt)
Frankreich
(23 kt)
Griechenland
(21 kt)
1995 China
(231 kt)
USA
(212 kt)
Iran
(119 kt)
Türkei
(110 kt)
Ukraine
(76 kt)
Indien
(25 kt)
Rumänien
(23 kt)
Griechenland
(23 kt)
Frankreich
(19 kt)
Serbien und Montenegro
(18 kt)
1992 USA
(184 kt)
China
(164 kt)
Türkei
(120 kt)
Iran
(71 kt)
Ukraine
(57 kt)
Bulgarien
(26 kt)
Griechenland
(25 kt)
Indien
(24 kt)
Rumänien
(22 kt)
Serbien und Montenegro
(20 kt)
Quelle: FAOSTAT

Der Walnussanbau in Deutschland

Der Walnussanbau in Deutschland hat heute keinerlei wirtschafliche Bedeutung. Dies geht so weit, das seit dem Jahr 2003 ein so geringes Ausmaß beim Anbau erreicht wurde, dass die gewerblich genutzten Walnussbäume, nicht mehr in der Erhebung von dem Statistischen Bundesamt aufgeführt werden. Zwischen den Jahren 2000 und 2002 war es zumindest noch möglich, einen Anbau von 200 bis 300 Tonnen im Jahr festzustellen.

Trotz des Umstandes, dass der Walnussanbau in Deutschland zurückgegangen ist, gibt es immer noch einige Obstbaubetriebe, die sich auf die Walnuss spezialisiert haben. Einige dieser Betriebe existieren schon seit über 50 Jahren und sind auf ganz Deutschland verteilt. Zu finden sind diese Obstbauern unter anderem in Freiburg, Hamburg, auf Rügen, Magdeburg, Dresden oder Stuttgart, um nur einige Standorte zu benennen. In den meisten Fällen kann damit gerechnet werden, dass es sich hierbei um Familienbetriebe handelt, die vor allem einen ökologischen Anbau der Walnüsse praktizieren. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, wenn die Anbauflächen dieser Obstbaubetriebe zwischen 2 und 15 Hektar liegen und somit nur vergleichsweise wenige Tonnen an Walnüssen pro Jahr abwerfen.

Der moderne Export der Walnüsse

Die bereits oben benannten Länder, allen voran die USA, exportieren ihre Walnüsse zum größten Teil ins Ausland. In diesem Fall muss beachtet werden, dass die Nüsse zu gleichen Teilen sowohl, mit als auch ohne Schale exportiert werden. Die Anzahl an Nussprodukten ohne Schale steigt jedoch immer weiter an. Der Hauptgrund hierfür sind Gewerbefirmen, welche die geschälten Walnüsse für Produkte wie Kosmetika oder auch Süßwaren verwenden. Um den Anforderungen von diesen Firmen gerecht zu werden, ist es üblich, die geschälten Walnüsse in unterschiedlichen Körnungsgraden (von grob bis fein) anzubieten.

Auch wenn Amerika nur auf dem zweiten Platz beim Anbau der Walnüsse steht, werden von hier aus jedoch immer noch die meisten Nüsse ins Ausland exportiert. Hierbei handelt es sich sowohl um Nüsse in der Schale als auch um geschälte Walnüsse. Besonders viele Anbaugebiete finden sich in Kalifornien mit über 90.000 Hektar Land und 5.000 Plantagen. Ebenso wichtig für den Walnussanbau sind das Sacramento Valley und San Joaquin Valley, ebenfalls an der Küste. Auch im US-Bundesstaat Oregon gibt es viele Walnussplantagen. In ganz Amerika werden über 30 unterschiedliche Sorten von Walnüssen angebaut, die sich im Geschmack, der Größe und dem Aussehen unterscheiden. Nach Europa werden dabei jedoch vor allem die Sorten Hartley, Howard und Chandler exportiert.

Auf dem zweiten Platz für den Export der Walnüsse in der Schale liegt aktuell nicht China, sondern Frankreich. In diesem Land werden in den Regionen: Dordogne, Charente und Correze besonders wertvolle Sorten angebaut. Als Beispiel zu benennen ist die qualitativ hochwertige Marbot, die eine sehr dünne Schale zu bieten hat oder auch die Grandjean, die bei vielen Experten als die beste Schlagnuss gilt. Weitere französische Sorten aus der Gegend um Grenoble sind die Parisiene, die Mayette und die Franquette. Diese robusten Sorten werden inzwischen auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern angebaut.

Auf dem dritten Platz beim modernen Export ist die Volksrepublik China zu finden. Die Walnüsse aus diesem Land werden erst einmal in die Sonderverwaltungszone nach Hong Kong exportiert, um erst von hier aus dann in die ganze Welt geschickt zu werden.

Weitere Artikel:


Literatur und weiterführende Links:

  1. Revival der Walnuss: Neues und altes Wissen zum Walnussanbau in Deutschland*; Vivian Böllersen; ISBN: 3922201954
  2. FAOSTAT | Food and Agriculture Organisation der Vereinten Nationen (fao.org)