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Juglans regia

Walnuss-Sorten

Rote Walnuss – eine (fast) unbekannte Schönheit

Die meisten dieser Walnussbäume sehen gewöhnlich aus, doch wird die Nuss geknackt, kommt eine Überraschung zutage. Der Kern einer Roten Walnuss ist nämlich mit einer feinen rötlichen Haut überzogen und so wirkt diese Walnuss wie eine exotische, seltene Frucht. Doch die Rote Walnuss sieht nicht nur apart aus, sondern begeistert jeden Kenner mit ihrem milden Geschmack und feinen Aroma. Daher ist es etwas verwunderlich, dass über die Rote Walnuss kaum Informationen zu finden sind und diese auch in den Baumschulen und Gärtnereien nicht allzu oft anzutreffen ist.

Was ist über diese seltene Schönheit bekannt und welche Sorten verbergen sich hinter der Bezeichnung Rote Walnuss?

Rote Donaunuss – die bekannteste Rote Walnuss

Genau diese Sorte wird meistens gemeinst, wenn von der Roten Walnuss die Rede ist. Die Rote Donaunuss, bekannt auch unter dem Namen "Donaublutnuss", stammt aus Ybbs an der Donau und ist somit eine hübsche Österreicherin. Seit 1933 gibt es sie offiziell – in diesem Jahr wurde sie in das deutsche Nussinventar als "Geisenheim 1239" aufgenommen.

Standort und Aussehen

Da die Rote Donaunuss eine ziemlich breite, formschöne Krone bildet, benötigt der Baum zwischen 70 und 80 Quadratmetern Fläche. Wie die meisten Walnussbäume, entfaltet auch die Geisenheim 1239 nur als ein Solitärbaum ihre Pracht in vollem Umfang. Ab dem zweiten oder dritten Standjahr beginnt das intensive Wachstum, der ausgewachsene Baum erreicht die stattliche Höhe von 7 Metern oder sogar mehr.

Der Vorteil von diesem Walnussbaum ist, dass sich männliche und weibliche Blüten gleichzeitig öffnen. Somit ist die Rote Donaunuss selbstbefruchtend und braucht nicht unbedingt weitere Walnussbäume in der Nähe.

Problematisch ist bei dieser Walnuss zum einen ihre Anfälligkeit gegenüber Blattfleckenkrankheiten und zum anderen die Empfindlichkeit gegenüber Spätfrost. Die letztere Eigenschaft hängt mit dem recht frühen Austrieb zusammen – fallen die Temperaturen im Frühjahr unter den Gefrierpunkt, tragen die empfindlichen Triebe teils irreparable Schäden davon. Die Ernte kann unter Umständen gänzlich ausfallen, daher eignet sich die Rote Donaunuss am besten für relativ warme Standorte.

Die Frucht

Die Nüsse sind klein bis mittelgroß und bringen zwischen 7 und 8 Gramm auf die Waage. Bis zu 50 Prozent des Gesamtgewichts der Roten Donaunuss bildet der mit einer rötlichen Haut überzogene Kern. Manchmal ist der Kern zweifarbig bzw. scheckig und sieht dann besonders originell aus. Der effektvoll glänzende Kern ist leicht aus der Schale zu lösen. Mit der Zeit dunkelt die Nuss nach und wirkt matter. Der leicht würzige Geschmack ist sehr angenehm. Da die Rote Donaunuss nicht nur lecker schmeckt, sondern auch sehr dekorativ aussieht, wird sie bei den Konditoren hoch geschätzt.

Diese Sorte erfreut den Gärtner mit regelmäßigen hohen Erträgen. Die Reifezeit der Nüsse liegt Ende September oder etwas später. Dabei sollen die Früchte nicht geerntet werden, sondern es ist abzuwarten, bis sie von selbst auf den Boden fallen. Erst als „Fallobst“ sind sie wirklich reif.

In den 1930er-Jahren wurden von der Forschungsanstalt für Garten- und Weinbau in Geisenheim/Rheingau zahlreiche Experimente mit dieser Walnusssorte durchgeführt. Es entstanden nicht wenige neue Sorten der Roten Walnuss, die allesamt von der Roten Donaunuss abstammen.

Diese Walnuss gilt als eine der besten, in den letzten Jahrzehnten wird sie immer häufiger im Handel angeboten.

Rote Donaunuss im Überblick:

  • Effektvolle Optik dank der roten Farbe,
  • Selbstbefruchtend, als Solitärbaum geeignet,
  • Standortbedarf von 70 bis 80 m²,
  • Mittelgrosser Baum mit einer ausladenden Krone,
  • Reiche und regelmässige Erträge

Rote Gublernuss

Die Rote Gublernuss stammt aus der Nussplantage Zahner in Truttikon in der Schweiz. Die Roten Gublernüsse sind Sämlinge aus den Roten Donaunüssen. Vermutlich stammt die Gubler I von der Geisenheimer 139 und die Gubler II – von der Geisenheimer 26 ab.

Diese Walnussbaumsorte gehört zu den mittelstark bis starkwachsenden Bäumen und wird im Laufe der Jahre zu einem imposanten Gewächs, das sich am besten als ein Solitärbaum entwickelt. Bereits nach einigen wenigen Standjahren ist es schon mit den ersten Erträgen zu rechnen. Die Rote Gublernuss trägt regelmäßig und recht gut.

Im Vergleich zur Roten Donaunuss, fallen die Früchte von der Gubler I etwas größer aus und sind außerdem optisch schöner. Sie zeichnen sich durch einen milden, köstlichen Geschmack aus, die Kerne lassen sich leicht aus der Schale lösen und die Nüsse selbst sind einfach mit der Hand zu öffnen.

Die Schweizer Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten, die FRUCTUS, kürte die Rote Gublernuss im Jahre 2012 zur Schweizer Obstsorte des Jahres. Damit wird eine alte und selten gewordene Walnussbaumsorte zu Recht hoch geehrt.

Rote Gublernuss im Überblick:

  • Imposanter, stark wachsender Baum,
  • Ziemlich große Früchte,
  • Regelmäßige, gute Ernten,
  • Köstlicher, milder Geschmack.

Weitere Rote Walnusssorten

Neben den genannten sind auch weitere Rote Walnüsse bekannt. Diese Sorten gelten als Raritäten und sind im Handel kaum erhältlich:

  • Aufhauser Baden (Herkunft: Deutschland)
  • Hodomin (Herkunft: Südmähren / Tschechien)
  • Hospozin (Herkunft: Tschechien)
  • Kardinal (Herkunft: Tschechien)
  • Livermore (Herkunft: USA)
  • Noix rouge (Herkunft: Frankreich)
  • Purpurovy (Herkunft: Botanischer Garten Nikita in Jalta / Russland)
  • Red Rief (Herkunft: Deutschland)
  • Rosette (nicht katalogisiert)
  • Rote Böhmische Bollernuss (Herkunft: Tschechien)
  • Rote Kirschnuss (Herkunft: Tschechien)
  • Rote Poysdorf (Herkunft: Österreich)
  • Sychrov (Herkunft: Tschechien)
  • Wisnicz Czerwony (Herkunft: Polen)

Summa summarum, handelt es sich bei der Roten Walnuss um eine nicht zuletzt für die Hobby-Gärtner attraktive Sorte. Doch es ist alles andere als einfach, an die Sämlinge einer der Roten Walnusssorten heran zu kommen. Gelegentlich werden diese auf den Wochenmärkten angeboten, aber auch in diversen Online-Shops sind Rote Walnüsse ab und an zu finden.

Wir haben für Sie eine Liste mit Online-Anbietern zusammengestellt, die diese seltene Schönheiten in ihrem Sortiment führen. Schauen Sie mal vorbei!

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Quellenangaben und weiterführende Links
  1. Steckbrief Rote Donaunuss | fructus.ch
  2. Rote Gublernuss: Schweizer Obstsorte des Jahres 2012 | fructus.ch
  3. Wiederentdeckung des Nussbaumes | waldwissen.net