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Juglans regia

Walnussbaum im Feld

Der Walnussbaum

Der Walnussbaum (Juglans regia) gehört zu den sommergrünen Laubbäumen und bringt bereits eine sehr lange Historie mit. Der aus dem Tertiär stammende Baum findet seinen Ursprung demnach in einem Zeitraum vor mindestens 2,6 Mio. Jahren bis zu 65 Mio. Jahren, das am Ende der Kreidezeit liegt. Damit gehört die Walnuss zu den ältesten Bäumen, die der Menschheit bekannt sind. Vermutungen sagen, dass die Walnuss eine der damaligen Klimaveränderungen überstand. In der Folge der Kaltzeit entwickelten sich nach dem Aussterben der Saurier viele der heutigen Pflanzen - so auch die Walnuss.

Historisch gesehen

Sie legte einen langen Weg von Persien, dem heutigen Iran, über Asien und China zurück. Handelswege ermöglichten die weitere Reise nach Griechenland und somit auch in das Römische Reich. Seit jeher auf guten Geschmack bedacht, lernten die Römer von ihren griechischen Nachbarn die Walnuss kennen und begannen mit der Bepflanzung in den eigenen Gärten. Von den Römern aus zog der Walnussbaum weiter nach Gallien, das zu damaliger Zeit zum heutigen Gebiet von Belgien, Frankreich und Teilen von Westdeutschland gehörte. So wie die Bewohner als Walchen genannt wurden, hatte auch die Nuss ihre Bezeichnung ­Walchbaum.

Artenvielfalt, Gattungen und Vorkommen

Die gesamte Familie aller Walnussgewächse (Juglandaceae) beinhaltet acht Gattungen, in der sich ca. 60 Arten befinden. Heutzutage sind ca. 20 Arten der Juglans regia bekannt.

Echte Walnuss ist in Eurasien und Nordamerika heimisch und gedeiht in den gemässigten und subtropischen Klimazonen. In Nordamerika wird sie liebevoll als "King of the forest" bezeichnet. Dieser leicht exzentrische Name liegt den hochwertigen Hölzern zugrunde, die hier wachsen. So lag es nahe, ihr wegen des köstlichen Geschmacks auch den Namen "Queen of the kitchen" zu verleihen. Die Verbreitung, die im Quartär begann, liegt im östlichen Mittelmeergebiet, der Balkanhalbinsel und in Vorder- wie Mittelasien. Im Himalaja wächst er sogar bis zu Höhen von ca. 3300 Metern­. Die Walnuss ist weder in Afrika, noch in Australien anzutreffen. In Frankreich wachsen die meisten europäischen Walnussbäume.

Aussehen

Der Walnussbaum ist kräftig und wohl proportioniert. Der Baum ist weder hochgeschossen, noch kleinwüchsig, sein Stamm - gerade und schlank. Die Walnuss fällt auf, und nicht nur wenn der Baum am Waldrand oder als ein stolzer Einzelgänger inmitten von weitläufigen Feldern wächst. Auch in der Geborgenheit eines Hains macht die Walnuss auf sich aufmerksam. Vielleicht liegt es an seiner Rinde, die bei einem jungen Baum in feinem Silber, beinahe in strahlendem Weiss erscheint. Mit dem zunehmenden Alter wird die anfangs glatte und sanft glänzende Rinde dunkler und matter. Die Borke eines alternden Walnussbaumes ist, wie die Haut eines Greises, mit Furchen bedeckt und fällt letztendlich ab. Eine Walnuss kann 150 oder auch 200 Jahre alt werden, manche behaupten sogar - ganze 300 Jahre.

Der Walnussbaum erreicht eine beachtliche Höhe bis zu 25 m, es entsteht ein Eindruck, dass seine starken Zweige sich dem Himmel empor erheben. Im zeitigen Frühjahr schimmern die Blätter in zartem Rosa, im Sommer ändert sich ihre Farbe zum satten dunklen Grün, um sich im Herbst in Dunkel-Braun zu verwandeln. Die Blätter bestehen aus 5 bis 9 sog. Fiederblättchen, die zwischen 6 und 15 cm lang werden. Eine Besonderheit der Walnuss ist eine sehr dichte Baumkrone, dabei treibt der Baum im Frühling als einer der letzten aus, um im Herbst ebenfalls recht früh das Laub abzuwerfen.

Rinde eines Walnussbaumes mit Verborkung
Rinde eines Walnussbaumes mit Verborkung
Der Walnussbaum ist ein richtiger Sonnenanbeter, er braucht für sein Wachstum viel Licht und verträgt auch eine gute Portion Hitze. Doch auch auf Kälteperioden ist die Walnuss angewiesen, denn er gehört zu den Kaltkeimern. Die Walnussbäume fühlen sich in einem lehmigen fruchtbaren Boden wohl, das an Kalzium reich ist und möglichst keinen Sand enthält.

Eine Nussbaumart, die mit dem Walnussbaum oft verwechselt wird, ist die Amerikanische Schwarznuss. Nach Europa wurde diese Art wegen des wertvollen Holzes eingeführt, sieht aber äusserlich dem Walnussbaum in keiner Weise ähnlich aus. Die Schwarznuss wird bis zu stattlichen 50 m hoch, die Blätter besteht aus 23 feinen Blättchen. Falls die beiden Baumarten miteinander gekreuzt werden, entsteht ein Hybrid, der in sich Eigenschaften der Schwarz- und Walnuss vereint. Diese Bäume sind recht oft anzutreffen.

Das Holz: Eigenschaften und Verwendung

Wenn von Nussbaum die Rede ist, wird in der Regel vom Holz des Walnussbaumes gesprochen. Das Holz ist edel, glatt und hart und weist sehr gute Festigkeit auf. Darüber hinaus ist es sehr biegefest, was sich als günstig in Herstellungsprozessen zeigt. Nussbaumholz ist nur eingeschränkt witterungsbeständig, weshalb es in der Regel zur Nutzung in Innenräumen verwendet wird. In der Kombination mit seiner charakteristischen Maserung und der dunklen Farbnuance wirkt Nussbaum sehr dekorativ. Für besondere Holzarbeiten werden gern auch die Wurzelknollen verwendet.

Das Walnussbaumholz begeistert seit Jahrhunderten Generationen von Tischlern und Möbelmachern. Das filigrane Holzbild und feine Textur lassen das Holz apart aussehen. Möbel aus Walnussbaumholz werden hoch geschätzt, die französischen und italienischen Lieferanten können der wachsenden Nachfrage nicht nachkommen.

Das Holz lässt sich sehr gut verarbeiten. Leicht ist eine wunderschöne glatte Oberfläche hergestellt, die mit ihrer schönen Maserung eine edle Optik hinterlässt. Selbst für traditionelles Handwerk, das Drechsler- oder Schnitzarbeiten verlangt, eignet sich das Holz des Walnussbaumes sehr gut.

In der Herstellung entstehen in erster Linie moderne Massiv- oder Furnierholzmöbel wie Kommoden, Tische oder Bettgestelle. Der dunkle Farbton erzeugt hier eine sehr edle Optik im Raum. Auch im Innenausbau des Hauses ist Nussbaumholz gefragt. Wandverkleidungen, Treppen oder Türen sind weitere Produkte, die aus dem robusten Holz gefertigt werden. In diesem Kontext ist Nussbaum auch als Parkett bzw. Fussbodenbelag sehr gefragt.

Ganz diesem Trend entsprechend stehen sogar Hundenäpfe, dekorative Schalen, Verkleidungen für Glasflaschen oder Handy-Hüllen als dekorative Heimaccessoires zur Verfügung. Auch Schnitzereien wie die beliebten Nussknacker werden aus dem Walnussbaum gearbeitet. Gedrechselte Kerzenhalter, handgearbeitete Stühle oder auch die Front einer modernen Küche werden heute mit dem Holz des Walnussbaumes hergestellt. Mit seinen guten Gebrauchseigenschaften und einer ansehnlichen Optik sind der künstlerischen Freiheit eines Tischlers hier keine Grenzen gesetzt. Letztendlich werden auch Pistolengriffe und Gewehrschäfte aus dem dunklen Holz produziert.

Echte Walnuss vom Aussterben bedroht

In der gemässigten Klimazone war der Walnussbaum früher weit verbreitet, er gehörte zum Alltag und war fast in jedem Garten zu finden. Es schien, dass die Walnuss uns Menschen immer begleiten wird. Doch heute ist die Existenz der Walnussbäume in Gefahr. Viele Pflanzenarten sind bereits verschwunden, z. B. in Iran oder Marokko wurden die Wildpflanzen fast vollständig ausgerottet.

Es gibt noch eine wenig bekannte und abgelegene Region auf diesem Planeten, wo sich die Walnusswälder über eine Fläche von über 30.000 Hektar erstrecken. Kirgistan, ein Land in Zentralasien, beherbergt sieben Arten der Walnussbäume - ein sagenhaftes Reichtum. Leider ist der Walnussbaumbestand auch in Kirgistan stark gefährdet: Immer mehr Bäume werden gefällt und in den Öfen verheizt. Wiederkäuer verzehren gerne die Baumrinde und beschädigen die Bäume. Der Walnussbaum muss dringend geschützt werden, damit die Biodiversität für die kommenden Generationen erhalten bleibt.

Weiterführende Links

  1. Die Walnuss - Baum des Jahres 2008
  2. Walnuss - traumhaft in Schale
  3. Walnussanbau und Walnussveredlung | riednuss.de
  4. Der Walnussbaum (Juglans regia) | waldwissen.net
  5. Wiederentdeckung des Nussbaumes | waldwissen.net
  6. Poster zur Langen Nacht der Wissenschaften 2006 | Dr. Matthias Schmidt
  7. Das Holz der Walnuss - Eingenschaften und Verwendung | Dietger Grosser, Hauke Jeske